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Aus hügeliger Fläche Ebene schaffen

Mitte November machten sie sich an die Arbeit: zwei neue Cat Scraper 627 G der Firma F.J. Stetter GmbH, welche die Zeppelin Niederlassung Ulm lieferte. Vor den Baumaschinen liegen Erdbewegungen im Umfang von 650 000 Kubikmeter auf einer 50 Hektar großen Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum neu gebauten Fußballstadion des TSG 1899 Hoffenheim. Dort will die Stadt Sinsheim ab Mai nächsten Jahres Gewerbeflächen für ein neues Industriegebiet schaffen, das aufgrund seiner Nähe zu Frankfurt, Stuttgart und Heilbronn durch die A6 verkehrstechnisch gut angebunden ist. Doch bis es einmal soweit ist, müssen die beiden Schürfzüge 100 000 Kubikmeter Humus abtragen und wieder einbauen.

Als die beiden Scraper vor kurzem anrückten, waren hier noch nicht einmal die Süßkartoffeln abgeerntet. Auch führten Reste eines asphaltierten Feldwegs über die Fläche. Das auf Bodenverbesserung spezialisierte Unternehmen musste erst beides beseitigen, bevor die Erschließung des Geländes beginnen konnte, für die das Bauunternehmen Leonhard Weiss den Auftrag von der Stadt Sinsheim erhielt. Stetter, in seiner Funktion als Subunternehmer für einen Teil der Erdarbeiten zuständig, muss das hügelige Gelände einebnen und terassenförmig anlegen. Dafür bietet sich der Einsatz der beiden seltenen Exemplare der Baumaschinentechnik an, der allerdings einige Kraftanstrengungen erfordert, denn zum einen treten hier Steigungen von über 12 Prozent auf, welche die Scraper aber dank ihrem leistungsstarken Cat Doppelmotor meistern. Zum anderen hat sich aufgrund der jahrelang intensiv betriebenen Landwirtschaft in den Mulden stellenweise eine dicke Humusschicht angesammelt, die abgetragen werden muss. Dabei schürfen die Cat Scraper den leicht lösbaren Oberboden, nehmen ihn mit ihrer Schnecke in den 15 Kubikmeter fassenden Schürfkübel auf und transportieren ihn auf Mieten, wo er erst einmal zwischenlagert. „Wir wussten bereits im Vorfeld, dass wir Mieten schaffen müssen. Da der Humus durch die Scraper wieder auf der egalisierten Fläche verteilt werden muss. Darum können wir dies gleich strategisch günstig machen und legen die Mieten breitflächig an, um sie dann später besser abtragen und in gleichmäßig starken Lagen wieder einbauen zu können. Im Durchschnitt baut eine Maschine am Tag zwischen 2 000 und 2 500 Kubikmeter ein“, berichtet Diplom-Ingenieur und Bauleiter Wolfgang Süpple. Dabei beträgt die maximale Tiefe, welche die Scraper abtragen müssen 10 Meter, die maximale Auftragshöhe 16 Meter.

Der Einsatz der Scraper muss in logischer Abfolge erfolgen. „Das heißt für die beiden Fahrer, dass sie mitdenken und sich das Material, das sie einbauen, bis zum Schluss ihrer Fahrstrecke einteilen müssen, sonst wird die Fläche womöglich nicht gleichmäßig. Doch das beherrschen sie wirklich gut. Sie identifizieren sich voll mit den Maschinen und sind stolz, wenn sie solche Großgeräte bewegen dürfen“, sagt Süpple. Damit sie die Kontrolle über den Einbau haben, wurde eigens ein elektronischer Zähler in das Fahrerhaus eingebaut.

Eine weitere Herausforderung für die Baumaschinen stellt die Bodenbeschaffenheit dar. „Der Boden ist als Löß-Lehm sehr wasserempfindlich“, meint der Bauleiter. Doch Stetter wäre kein Spezialist für Bodenaufbereitung, wenn er sich nicht zu helfen wüsste. Er setzt seine selbst entwickelten Streuer der Schwesterfirma Stetter Dutzi sowie Bodenstabilisierer von Cat ein, die seit Anfang 2008 zum Fuhrpark gehören. Mit ihnen wird im Vorfeld der Boden aufbereitet, um seine Tragfähigkeit zu verbessern. Dabei kommt ein Verfahren zur Anwendung, welches der kürzlich verstorbene Firmenchef Franz-Josef Stetter als einer der ersten in der Branche entwickelte. Hierbei werden dem Boden angepasste Bindemittel auf der vorgegebenen Fläche mithilfe eines Spezialstreugeräts verteilt, eingefräst, gemischt und - auf ihren Wassergehalt eingestellt - verdichtet. Damit wird Stetter ein anerkannter Partner für Hoch- und Tiefbauunternehmen, wie z.B. Leonhard Weiss. „Das A und O für die Wirtschaftlichkeit der Maschinen ist die Herstellung und Verdichtung der Baustraßen“, so Süpple. Denn nur so können die Cat Scraper, mit einem Leergewicht von 40 to., ihre maximale Geschwindigkeit von 60 Kilometer pro Stunde voll ausfahren und kommen zügig voran. „Mit den Schürfzügen können wir wesentlich effektiver und wirtschaftlicher arbeiten als mit anderen Baumaschinen, denn wir brauchen keine Bagger zum laden, keine Mulden zum Transport oder Raupen, die das Material egalisieren. Die Einsatzbedingungen sind für einen Scraper wirklich ideal: große Flächen, leichtlösbare Böden und mehrere hundert Meter lange Transportwege“, erklärt Süpple. „Wir hoffen, dass das Wetter so bleibt und es nicht allzu viel regnet“, gibt sich Süpple optimistisch. Denn der Zeitplan angesichts des zu bewegenden Materials ist eng. Falls Frost auftreten sollte, hat das Unternehmen bereits eine maschinentechnische Lösung parat: Dann wird der Boden im Abtragsbereich stabilisiert, das bereits verbesserte Material in einer Stärke von 40 cm von den Scrapern aufgenommen und im Auftragsbereich eingebaut. Durch diese Art der Erdbewegung in Verbindung mit der Bodenverbesserung werden wetterbedingte Stillstandszeiten auf ein Minimum reduziert. Für jede Baustelle eine professionelle Lösung. Damit kennt sich Stetter aus. Schließlich ist das Unternehmen auf dem Gebiet der Bodenaufbereitung in ganz Europa erfolgreich zu Hause.

 

F.J. Stetter GmbH - 73492 Rainau-Buch - Tel. +49 (0)7961 9125-0 - info @stetter-boden .de -  Besuchen Sie uns auf Facebook